Weniger Geld für Sex und was man dagegen tun kann
Noch immer redet alles über die Wirtschaftskrise, Umsätze und Profite sind in nahezu allen Branchen deutlich unter das Niveau von vor 2008 gesunken. Die Folge: Alle müssen sparen, das Portemonnaie sitzt nicht mehr so locker wie früher und das macht sich auch in der Vergnügungsindustrie bemerkbar.
Ebenfalls betroffen sind die Damen des horizontalen Gewerbes. Wegen ihrer geschäftstüchtigen Idee brachten einige Nutten Berlin und den dort ansässigen Pussyclub im letzten Sommer in die Schlagzeilen der Medien. Mit einer Sex-Flatrate für 70 Euro versuchten sie, das Geschäft anzukurbeln. Zu diesem Preis gab es Essen, Getränke und natürlich Sex satt, so oft man(n) wollte, mit sovielen Frauen wie man Lust hatte. Was als traumhaftes Angebot für potentielle Freier begann, schlug schnell mächtig hohe Wellen, von Menschenverachtung und Ausbeutung der Frauen war da die Rede. Die Sex-Arbeiterinnen sahen das allerdings ganz anders, sie fühlten sich falsch verstanden, pochten auf ihr Recht, auch in ihrer Branche Pauschalangebote offerieren zu dürfen. Sie fühlten sich keineswegs ausgebeutet, schließlich könnten die Kunden in der Regel ohnehin nicht viel öfter als zwei Mal hintereinander ihren Mann stehen.
Ungewöhnliche Konzepte sind eben notwendig, um in einer Zeit der allgemeinen Zurückhaltung die Einnahmen für den Betrieb zu sichern, das sahen auch die in den Flatrate Puffs tätigen Prostituierten so. Sie alle machten freiwillig bei dem Angebot mit, schließlich haben die käuflichen Liebesdienerinnen mittlerweile nicht nur mit der professionellen Konkurrenz zu kämpfen, zunehmend bessern sich auch Amateure wie Hausfrauen und Studentinnen mit Sex gegen Bezahlung ihr Einkommen auf.
Der Flatrate-Idee der findigen Berliner Nutten folgten schnell weitere ähnliche Angebote in anderen Städten, dies stieß jedoch offensichtliche einigen Politikern, Bürgerinitiativen und Kirchenoffiziellen übel auf, denn schon bald wurde eine Razzia nach der anderen in den Bordellen durchgeführt, begründet mit der angeblichen Untreue bei Steuer- und Sozialabgaben der Dirnen. Die Vermutung der Sprecherin des Bundesverbands für sexuelle Dienstleistungen, Stephanie Klee, man wolle mit diesen Aktionen mal wieder nur das Gewerbe in ein schlechtes Licht rücken, scheint angesichts der Tatsache, dass Prostitution erst im Jahr 2002 legalisiert wurde, gar nicht so weit her geholt. Nur in wenigen Fällen fanden die Ermittler denn auch tatsächlich einen Grund, die jeweiligen Etablissements abzustrafen oder direkt zu schließen.
Für die Berliner Nutten folgten keine Konsequenzen und so schnell, wie der Skandal aufgebauscht wurde, verschwand er dann auch wieder aus der Presse. Immerhin hatte er dazu beigetragen, unterhaltsam über das Sommerloch hinweg zu helfen.